Der SAG beschreibt den Negativfederweg eines Fahrwerks. Er gibt an, wie weit eine Federgabel oder ein Dämpfer allein durch das Fahrergewicht einfedert, wenn du in deiner normalen Fahrposition auf dem Mountainbike sitzt.
Der SAG bildet die Grundlage jeder Fahrwerksabstimmung. Erst wenn der Negativfederweg korrekt eingestellt ist, können Druckstufe, Zugstufe und weitere Einstellungen ihr volles Potenzial entfalten.
Ein richtig eingestellter SAG sorgt dafür, dass dein Fahrwerk sowohl auf kleine Unebenheiten sensibel anspricht als auch genügend Federweg für größere Schläge und Sprünge zur Verfügung hat.
Ist der SAG zu gering, arbeitet das Fahrwerk zu hoch im Federweg. Das Ansprechverhalten verschlechtert sich, die Traktion nimmt ab und das Bike wirkt oft hart und unkomfortabel.
Ist der SAG dagegen zu groß, fährt das Fahrwerk dauerhaft tief im Federweg. Dadurch steht weniger Restfederweg zur Verfügung und das Bike kann bei harten Schlägen schneller durchschlagen oder sich schwammig anfühlen.
Ein korrekt eingestellter SAG sorgt für eine ausgewogene Balance zwischen Komfort, Kontrolle und Reserven.
Bei einer Luftfeder wird der SAG über den Luftdruck eingestellt. Weniger Luftdruck erhöht den SAG, mehr Luftdruck reduziert ihn.
Bei einem Stahlfederdämpfer erfolgt die Einstellung über die Wahl der passenden Federrate. Die Vorspannung dient lediglich dazu, die Feder spielfrei zu montieren und kleine Fertigungstoleranzen auszugleichen. Sie ersetzt keine passende Federhärte.
Die Messung erfolgt immer in vollständiger Fahrerausrüstung und in der typischen Fahrposition auf dem Bike.
Der optimale SAG hängt von der Fahrwerkskinematik, dem Federweg und dem Einsatzbereich deines Mountainbikes ab. Deshalb geben die meisten Fahrrad- und Fahrwerkshersteller einen empfohlenen SAG-Bereich vor. Diese Vorgaben sollten immer als Ausgangspunkt für die Fahrwerksabstimmung verwendet werden.
Bei den meisten modernen Mountainbikes liegt der empfohlene SAG im Bereich von etwa 22 bis 30 %. Je nach Fahrrad und Einsatzzweck kann dieser Bereich jedoch variieren. Ein Trailbike benötigt unter Umständen einen anderen SAG als ein Enduro- oder Downhill-Bike.
Ein korrekt eingestellter SAG sorgt dafür, dass das Fahrwerk im vorgesehenen Arbeitsbereich arbeitet und sein volles Potenzial hinsichtlich Ansprechverhalten, Traktion und Kontrolle entfalten kann. Anschließend können weitere Einstellungen wie Druckstufe, Zugstufe oder das Luftfedervolumen individuell auf den Fahrer abgestimmt werden.
Beim Einstellen des SAG treten immer wieder dieselben Fehler auf:
Deshalb sollte der SAG immer der erste Schritt jeder Fahrwerksabstimmung sein.
Der SAG ist die Basis jeder guten Fahrwerksabstimmung. Er bestimmt die Arbeitsposition deines Fahrwerks und beeinflusst Ansprechverhalten, Traktion, Komfort und die Nutzung des Federwegs. Erst wenn der Negativfederweg korrekt eingestellt ist, lohnt es sich, Druckstufe, Zugstufe oder weitere Einstellungen zu optimieren.
