Die Druckstufe (Compression Damping) bestimmt, wie schnell eine Federgabel oder ein Dämpfer beim Einfedern arbeiten kann. Sie kontrolliert dabei nicht die Feder selbst, sondern die Geschwindigkeit, mit der sich das Fahrwerk komprimieren kann.
Durch die Druckstufe wird die Ölströmung innerhalb der Dämpfung beeinflusst. Je stärker die Druckstufe eingestellt ist, desto größer ist der Strömungswiderstand des Öls und desto mehr Kraft wird benötigt, um das Fahrwerk einzufedern.
Die richtige Druckstufeneinstellung sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Komfort, Traktion, Stabilität und Durchschlagschutz.
Eine häufige Fehlannahme ist, dass sich Low-Speed und High-Speed auf die Geschwindigkeit des Fahrrads beziehen.
Tatsächlich beschreiben beide Begriffe ausschließlich die Geschwindigkeit der Einfederbewegung.
Eine langsame Einfederbewegung entsteht beispielsweise durch:
Eine schnelle Einfederbewegung wird dagegen durch plötzliche Schläge verursacht, zum Beispiel:
Die Fahrgeschwindigkeit spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, wie schnell sich Gabel oder Dämpfer bewegen.
Die Low-Speed-Druckstufe beeinflusst langsame Einfederbewegungen und hat einen großen Einfluss auf das Fahrgefühl.
Eine höhere Low-Speed-Dämpfung reduziert das Wippen beim Pedalieren, begrenzt das Eintauchen beim Bremsen und sorgt für mehr Unterstützung im mittleren Federwegsbereich.
Ist die Low-Speed-Druckstufe jedoch zu stark eingestellt, spricht das Fahrwerk auf kleine Unebenheiten schlechter an und verliert an Komfort und Traktion.
Die High-Speed-Druckstufe wirkt bei schnellen Einfederbewegungen, wie sie durch harte Schläge oder große Hindernisse entstehen.
Sie beeinflusst unter anderem den Durchschlagschutz und die Reserven im letzten Teil des Federwegs.
Ist die High-Speed-Druckstufe zu gering, kann das Fahrwerk bei großen Schlägen zu schnell tief in den Federweg eintauchen.
Ist sie zu hoch eingestellt, wirkt das Fahrwerk bei schnellen Schlägen hart und verliert an Sensibilität.
Eine korrekt eingestellte Druckstufe kann das Fahrverhalten deutlich verbessern.
Sie beeinflusst unter anderem:
Die optimale Einstellung ist immer ein Kompromiss zwischen Sensibilität und ausreichender Unterstützung.
Viele Fahrer versuchen, ein Problem ausschließlich über die Druckstufe zu lösen. In der Praxis liegt die Ursache jedoch häufig an anderer Stelle.
Eine zu weiche Luftfeder lässt sich beispielsweise nicht dauerhaft durch eine höhere Druckstufe kompensieren. Ebenso ersetzt eine straff eingestellte High-Speed-Druckstufe keinen fehlenden Endprogressionsaufbau.
Deshalb sollte die Druckstufe immer erst angepasst werden, nachdem Luftdruck beziehungsweise Federrate und SAG korrekt eingestellt wurden.
Die Druckstufe steuert die Geschwindigkeit, mit der sich eine Federgabel oder ein Dämpfer beim Einfedern bewegen kann. Sie beeinflusst sowohl das Ansprechverhalten als auch die Stabilität und den Durchschlagschutz des Fahrwerks.
Eine gute Fahrwerksabstimmung beginnt jedoch nicht mit der Druckstufe. Erst wenn Luftdruck oder Federrate sowie der SAG korrekt eingestellt sind, kann die Druckstufe gezielt auf Fahrstil, Untergrund und persönliche Vorlieben abgestimmt werden.
